Zeichen setzen gegen die Diskriminierung von Sexarbeit

„Es ist ein besonderer Tag, den wir auch besonders begehen wollen – und zwar mit den Sexarbeiter*innen“, stellen die Beraterinnen von TAMAR heraus. „Die Beratungsstellen sind häufig die einzigen Räume, in denen ihre gesellschaftlich tabuisierte Tätigkeit akzeptiert wird.“ Am 2. Juni wird deshalb der Welthurentag zum 49. Mal begangen, um der Stigmatisierung entgegenzuwirken.

Die Sexarbeitsbranche blickt mit großer Sorge in die Zukunft – die aktuelle Diskussion um die Einführung eines sogenannten nordischen Modells oder Sexkaufverbots macht Betroffenen Angst. Die Diskussionen um Regelungen zum Thema Prostitution werden oft sehr einseitig oder emotional geführt. Wirkmächtige Bilder von Ausbeutung und Zwang dominieren die Medien. Doch wie sieht es wirklich in der Branche aus? In einer Aktionswoche anlässlich des diesjährigen Hurentags lud der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) bundesweit vom 2. bis 7. Juni dazu ein, hinter die Kulissen der Sexarbeit zu schauen. In verschiedensten Veranstaltungen sollen Begegnungen ermöglicht und Berührungsängste abgebaut werden.

Der Internationale Welthurentag soll an den Protest von mehr als 100 Frauen erinnern, die am 2. Juni 1975 in Lyon eine Kirche besetzten, um gegen die Vertreibung von Prostituierten aus der Öffentlichkeit zu demonstrieren. Es ist ein internationaler Gedenktag gegen die Diskriminierung von Sexarbeit und Ausgangspunkt der Selbstorganisation von Sexarbeitenden. Doch die Möglichkeit, an Regelungen für ihre Branche mitzuwirken und Einfluss zu nehmen, bleibt Sexarbeitenden bis heute weitgehend verwehrt.

Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle TAMAR suchten daher um den 02. Juni möglichst viele Sexarbeiter*innen in Clubs, Bars, Appartements, Wohnungen, Wohnwagen und Kneipen auf, führten Gespräche und verteilten Blumen, ihre Visitenkarten und Flyer in den Kreisen Olpe, Soest, Hamm und Siegen-Wittgenstein sowie in Borken, Coesfeld und Steinfurt.