Sexkaufverbot gefährdet Schutz und Rechte – Evangelische Frauenhilfe in Westfalen fordert evidenzbasierte Politik statt Symboldebatten
„Wer wirklich schützen will, muss die Realität anerkennen: Sexarbeit existiert“, betont Birgit Reiche, Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen. Sie verantwortet die Prostituiertenberatungen THEODORA in Ostwestfalen-Lippe und TAMAR in Teilen Südwestfalens und des Münsterlandes. Reiche warnt: „Sexarbeit verschwindet nicht durch Verbote, sondern wird unsichtbarer und gefährlicher. Ein Sexkaufverbot ist Symbolpolitik – und es gefährdet genau die Menschen, die man zu schützen vorgibt.“
Apfelfest mit großem Zuspruch
Der SI-Club Bad Waldliesborn veranstaltete im September ein Apfelfest. Die Einnahmen dafür gingen an die Prostitutierten-Beratungsstelle TAMAR. Im Oktober nahm Beraterin Jolanta Schmidt den Scheck entgegen.
Austausch zu Prostitution, Zwangsprostitution und Menschenhandel
Corinna Dammeyer von der Frauenberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel, NADESCHDA, Diana Dimitrova von der Prostituierten- und Ausstiegsberatung THEODORA sowie Pfarrerin Birgit Reiche, Geschäftsführerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. tauschten sich mit Vertreterinnen aus Politik, Ministerien und Kommunen über die Situation von Sexarbeiter*innen in NRW aus.
Politische Forderungen der Beratungsstelle TAMAR zur Kommunalwahl 2025 in NRW zum Themenbereich Prostitution
Politikerinnen und Politiker in Städten und Kommunen sind gefordert, sich für eine verbindliche Absicherung und Weiterentwicklung der behördenunabhängigen Beratungsangebote für Menschen in der Sexarbeit und Prostitution einzusetzen. Die Beratungsstelle TAMAR in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen sieht gerade auf der kommunalen Ebene zahlreiche konkrete Handlungsmöglichkeiten: So ist bei der konkreten Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) vor Ort der Schutzgedanke für Prostituierte in den Mittelpunkt zu stellen!
Erster Soester Christopher Street Day feierte Vielfalt als Stärke
Bunt, laut und voller Lebensfreude: Soest hat am Samstag Stadtgeschichte geschrieben. Zum allerersten Mal zog eine bunte Parade anlässlich des Christopher Street Days durch die Hansestadt und setzte ein kraftvolles Zeichen für Vielfalt und Gleichberechtigung. Rund 1100 Teilnehmer*innen sorgten entlang der Route vom Schlachthof durch die Innenstadt für eine unvergleichlich bunte und ausgelassene Stimmung in Soest.
Als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet
Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. wurde zum 4. Mal als „Familienfreundliches Unternehmen im Kreis Soest“ zertifiziert. Damit wurde der Frauenverband ausgezeichnet mit seinen Einrichtungen Soester Bildungs-Institut für Pflegeberufe, Frauenhaus Soest, den Soester Alten- und Pflegeheimen Hanse Zentrum und Lina-Oberbäumer-Haus, der Beratungsstelle für Prostituierte TAMAR, der Allgemeinen Frauenberatungsstelle im Kreis Soest und der Verwaltung.
